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aus aller Welt zum Thema Frühförderung

 

Was Hänschen nicht lernt...
Streit um die frühkindliche Bildung


Prof. Elsbeth Stern, ZürichProfessorin Elsbeth Stern (ehemals vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin) hält ein verpflichtendes Bildungsangebot für Kinder ab vier Jahren in speziellen Einrichtungen für sinnvoll.

Aber wie könnte das genau aussehen?

Eine Art Universität für Grundschüler und Kindergartenkinder?

Auswendiglernen von Buchstaben, Grammatik oder Zahlenfolgen?

In Reih und Glied sitzen und zuhören?

Stern sagt nein:

„Das würde nicht funktionieren, denn Kinder in diesem Alter können vom Zuhören noch nicht profitieren beziehungsweise mit dem Wissen etwas anfangen. Sie sollten viel mehr vorbereitet werden auf die Dinge, die wir in unserer Wissensgesellschaft lernen müssen".

Und die sind bereits in so genannten vorprogrammierten Kompetenzen im menschlichen Gehirn angelegt wie das Erkennen von Mustern oder das Sprechen.


Prof. Wolfgang Schneider, WürzburgNoch einen Schritt weiter als Professorin Elsbeth Stern geht Professor Wolfgang Schneider von der Universität Würzburg.

Für ihn ist die Frühförderung vielleicht sogar die letzte Möglichkeit, Einfluss auf die spätere Entwicklung und den Lebensweg der Kinder zu nehmen:

„Mit dem Eintritt in die Schule sind Eigenschaften und Werdegang der meisten Menschen weitgehend festgelegt.", so Schneider.

Quelle: www.scinexx.de/dossier-detail-314-5.html

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Rechtschreibgene gesuchtGentest erkennt Legasthenie schon bei Babys
Frühe Diagnose entscheidet über Therapieerfolg
Leipzig (pte/02.10.2008)

Ein Gentest könnte bereits im Kleinkindalter Neigungen zur Lese- und Rechtschreibschwäche feststellen, um Betroffenen durch spezielle Therapien im Kindergarten zu helfen. Das sagt Arndt Wilcke, der Leiter der Forschungsgruppe "Legasthenie" am Leipziger Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, im pressetext-Interview. Der Forscher sucht nach Genen, die für die Legasthenie verantwortlich sind und die zu einer frühen Diagnose helfen können. Denn in der Behandlung befinden sich Eltern und Therapeuten im Wettlauf mit der Zeit: Je später Legasthenie erkannt wird, desto schwieriger ist ihre Heilung.
Vier Prozent aller Schüler sind von Legasthenie betroffen: Sie haben Probleme mit dem Lesen und Schreiben, vertauschen Buchstaben und lassen Silben weg. Auch die Reimbildung fällt Legasthenikern schwer. Ihr Leiden, das nichts mit fehlender Intelligenz zu tun hat, wird oft erst im Alter von acht Jahren festgestellt, wenn die Klassenkollegen ihre Anfangsprobleme in den Griff bekommen. "Doch in der zweiten Klasse Grundschule ist der Grossteil der Sprachentwicklung bereits gelaufen", sagt Wilcke zu pressetext. Könnten gefährdete Kinder schon im Kindergartenalter spezielles Training wie Lautschulung und Logikübungen erhalten, würden sie sich "in Schule und Leben viel leichter tun". Denn: "Je zeitiger die Unterstützung Betroffener erfolgt, desto besser kann man die Schwäche korrigieren".
Zahlreiche Forschungen deuten darauf hin, dass Legasthenie vor allem genetische Ursachen hat. 2006 hat ein deutsch-schwedisches Forscherteam ein Gen mit der Bezeichnung "DCDC2" identifiziert, das beim Embryo die Wanderung der Nervenzellen im Gehirn steuert. Ist das Gen fehlerhaft, gelangen die Nervenzellen an falsche Stellen und können eine spätere Legasthenie verursachen. Es wird jedoch angenommen, dass auch weitere Gene die Leseschwäche auslösen können. Um diese zu finden, nimmt Wilcke Speichelproben von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwäche, extrahiert die DNA und vergleicht bestimmte Gene mit denen nicht betroffener Kinder. "Gibt es signifikante Unterschiede, so ist das ein erster Hinweis, dass dieses Gen bei der Ausbildung der Legasthenie eine Rolle spielt", erklärt Wilcke.
Sind die entscheidenden Gene einmal entschlüsselt, kann Legasthenie schon lange vor dem Schuleintritt erkannt werden. Wilcke schwebt ein Gentest für Kleinkinder vor, der schon im Alter von zwei Jahren eine Gefährdung diagnostiziert. Bis ein solcher Test einsatzbereit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen, "mindestens fünf Jahre" hält Wilcke für realistisch.
http://pressetext.de

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pro_wortSprache lehrt das Rechnen

Expertentipp: Bildungsforscherin Elsbeth Stern

rät zum frühen Umgang mit Funktionswörtern

wie „pro".
Sie schulen das mathematische Denken
Kompetenter Sprachgebrauch setzt nicht nur einen grossen Wortschatz von so genannten Inhaltswörtern voraus, die sich auf konkrete Ereignisse, Tätigkeiten, Eigenschaften oder Gegenstände beziehen (Geburtstag, schwimmen, gross, Stuhl), sondern er verlangt auch den kompetenten Umgang mit so genannten Funktionswörtern. Diese haben für sich genommen keine Bedeutung, sondern stellen die Verbindung zwischen Wörtern im Satz her. Mit Wörtchen wie „in, um, auf, von" lassen sich komplexe und abstrakte Gedankengänge ausdrücken. Dies ist hilfreich, wenn es später in Mathematik, Physik, Chemie, Biologie oder Ökonomie Zusammenhänge zu verstehen gilt. Begriffe wie Geschwindigkeit, Dichte, Konzentration, Reproduktionsrate oder Stückpreis setzen sich aus zwei Grössen zusammen: Weg und Zeit bzw. Gesamtpreis und Stückzahl.
Mit dem kleinen Wörtchen „pro" lässt sich die Beziehung zwischen den Grössen ausdrücken: „Pro Stunde legt er drei Kilometer zurück", oder „pro Stück kostet es zwei Euro". Das Verständnis solcher Begriffe bereitet Kindern zunächst Schwierigkeiten, auch weil ihnen die sprachlichen und mathematischen Werkzeuge noch fehlen.
In meiner Arbeitsgruppe „Enterprise" am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat Anja Felbrich in ihrer Doktorarbeit Methoden entwickelt, wie bereits Grundschüler am Beispiel des Begriffs der Geschwindigkeit grafische Veranschaulichungen verstehen können, mit denen selbst Erwachsene noch Probleme haben. Erschwert wurde das Vorhaben dadurch, dass viele zwölfjährige Schüler mit dem Wort „pro" noch nichts anfangen konnten.
Den Gebrauch anspruchsvoller Wörter wie „pro" lernt man nicht durch einmaliges Hören, sondern man wird erst allmählich vertraut damit. Wer ein Wort in unterschiedlichen Zusammenhängen öfters hört, wird es irgendwann aufgreifen.
Ohne grossen Aufwand und ganz nebenbei könnten bereits Elementarerzieherinnen das Verständnis des Wörtchens „pro" fördern, indem sie es häufiger verwenden, wie z.B.: „Pro Gruppe kommen drei Kinder nach vorn", oder „pro Glas nehmen wir einen Teelöffel Zucker", „pro Tisch brauchen wir eine Kerze ..." Wenn die Kinder anfangs nicht verstehen, was gemeint ist, könnte man wiederholen: „Aus jeder Gruppe ..." oder „in jedes Glas tun wir ...". Selbst wenn noch Jahre vergehen, bis die Kinder mit dem Wörtchen „pro" selbst angemessen umgehen können, kann ein frühes Kennenlernen langfristig hilfreich sein.
Quelle: www.focus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Frühförderung als Pflicht?

   Link

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  • Gentest bei Babies

   Link

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  • Funktionswörter wie "pro"

   Link

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