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Ursachen

Die Frage nach den "Ursachen"

 

 

 


 

podcast_dyskalkulie

Neue Forschungsergebnisse zur Dyskalkulie

Podcast! "Mathe kann ich einfach nicht!"

29.03.2011 IQ - Wissenschaft und Forschung - Bayern 2

 

Dyskalkulie - eine Rechenschwäche - ist fast so häufig wie eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Woher kommen die Probleme mit den Zahlen, und wie kann man sie beheben?

Erst in letzter Zeit haben Forscher mehr über die Dyskalkulie herausgefunden.

In letzter Zeit macht die Erforschung der Ursachen und Verlaufsformen von Rechenstörungen rasante Fortschritte.

Eine besondere Rolle dabei spielen die Erkenntnisse der Hirnforschung, die durch bildgebende Verfahren mittels der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) gewonnen wurden.

Eine Sendung von Klaus Schuster.

www.br-online.de/bayern2/iq-wissenschaft-und-forschung

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michael_von_aster

Prof. Dr. Dr. Michael von Aster

 

Verstehen, wie sie rechnen


Prof, Dr. Dr. Michael von Aster, Universität Zürich


Bei Lernvorgängen handelt es sich nicht einfach um psychologische Prozesse. Lernerfahrungen bekommen durch die Bildung, Verknüpfung und Stärkung von neuronalen Netzwerken eine Materialisierung. Aus Sicht der Hirnforschung erläutert der Autor das Zahlenverständnis und das Erlernen des Rechnens bei Kindern und Erwachsenen, sowie die Entstehung von Lern- bzw. Rechenstörungen.

 

pdf Verstehen, wie sie rechnen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

ursachen

Wenigstens in einem sind sich die verschiedenen Wissenschaften, die über "Rechenschwäche" / "Rechenstörung" / "Dyskalkulie" forschen, einig:
Die Probleme der betroffenen Kinder sind nicht Folge mangelnder Intelligenz!
Auch sonst durchschnittlich begabte, in anderen Bereichen vielleicht sogar überdurchschnittlich begabte Kinder sind davon in gleicher Weise betroffen - drohen aber aufgrund dieses speziellen Problems von einer höheren Schulbildung ausgeschlossen zu werden.

In der Pädagogik und Fachdidaktik ist die Meinung vorherrschend, dass es die eine, eindeutige Ursache für "Rechenschwäche" nicht gibt.
"Rechenschwächen" können vielmehr aus einer Vielzahl von Faktoren entstehen, die nur zu einem Teil im Kind selbst liegen.
Ein wichtiger Faktor für die Entstehung von "Rechenschwächen" ist aus Sicht der Fachdidaktik der Mathematikunterricht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Michael Gaidoschik 

Dieser Meinung ist Michael Gaidoschik, Wien

 

"Das ist keine Schuldzuweisung an LehrerInnen.

Die Mängel liegen, seit vielen Jahren von FachdidaktikerInnen

im System Schule:

▪ im Fehlen von schulischen Fachleuten für eine gesicherte Früherkennung
▪ im Fehlen von Möglichkeiten frühzeitiger Einzelförderung bei sich abzeichnenden Lernschwierigkeiten
▪ in Mängeln in der Aus- und Fortbildung, die dazu führen, dass LehrerInnen nicht darauf vorbereitet sind, "Rechenschwächen" im Rahmen des Möglichen vorzubeugen und "rechenschwache" Kinder gezielt zu fördern.


All das sind Mängel, für die die einzelne Lehrkraft keine Verantwortung trägt und unter denen viele Lehrkräfte Tag für Tag selbst leiden, weil sie ihnen nur allzu bewusst sind."
Quelle: Michael Gaidoschik, www.rechenschwaeche.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Forschung auf neurologischer Seite
Es wird gerade in den letzten Jahren intensiv geforscht, ob und inwiefern vielleicht doch auch organische Faktoren für die Entstehung von Dyskalkulie (mit-)verantwortlich sind.

 

 

 

 

 

 

 


 

Fehlfunktion im Gehirn
Mögliche Ursache
Eine Gruppe internationaler Forscher hat eine mögliche Ursache der Rechenschwäche entdeckt.

Sie identifizierten eine Region im Gehirn, die bei einer Fehlfunktion die sogenannte Dyskalkulie auslösen kann. Dafür störten sie gezielt ein Areal im Grosshirn und lösten so eine vorübergehende Rechenschwäche bei Probanden aus.

Studie der Forscher um den Neurowissenschaftler Roi Cohen Kadosh von der Ben-Gurion-Universität in Beer-Sheva.
sciencemuseum.org.uk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Kucian

 

Projektleiterin

Neurobiologin Dr. Karin Kucian

 

 

 

 

 

 

Calcularis

 

Forschung in der Schweiz
Studie Dyskalkulie 2008
"Das Ziel dieser Studie ist es die Rechenschwäche besser zu verstehen, wobei besonderes Gewicht auf die neuronalen Grundlagen gelegt wird. Uns interessiert wie das Gehirn von Kindern mit Dyskalkulie Zahlen und Mengen verarbeitet, welche Unterschiede sich anatomisch und in den Nervenfaserverbindungen zeigen zwischen rechenschwachen und normalrechnenden Kindern. Zudem versuchen wir diese neurologischen Befunde mit verschiedenen Verhaltenscharakteristika der Dyskalkulie in Verbindung zu bringen.
Wir gehen jedoch noch einen Schritt weiter und haben, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, das Computertraining „Rette Calcularis" entwickelt.

Dieses Training soll spezifisch die Zahlenraumvorstellung verbessern und eignet sich für Kinder mit und ohne Dyskalkulie in der 2. bis 4. Klasse.

Zur Zeit sind wir daran „Rette Calcularis" an einer Stichgruppe von Kindern mit und ohne Rechenschwäche auf seine Wirksamkeit zu prüfen. Dazu verwenden wir verschiedene neuropsychologische Tests und modernste bildgebende Verfahren (Magnetresonanz-Tomographie).

Erste Ergebnisse zeigen sowohl Verbesserungen auf der Verhaltens-, als auch Veränderungen auf neuronaler Ebene, die überwiegend durch verbesserte Zahlenraumvorstellung und Automatisierungsprozesse erklärbar sind."

Universität Zürich - Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie

mehr zu dieser Studie:
uzh.ch/news

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Stanislas Dehaene

 

Prof. Dr. Stanislas Dehaene

 

 

Buch: Der Zahlensinn

 

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Der Zahlensinn

Der Gehirnforscher und Mathematiker Stanislas Dehaene in Paris hat diesen so genannten Zahlensinn untersucht. Er will wissen, warum wir rechnen können, und wie die Mathematik in den Kopf kommt.

"Noch vor kurzem hatte man die Vorstellung, dass sich die Fähigkeit zur mathematischen Abstraktion sehr langsam entwickelt und dass selbst im Alter von fünf, sechs oder sieben Jahren ein Kind noch sehr wenig mathematisches Verständnis besitzt.

Diese Vorstellung von einem sich langsam aufbauenden Mathematikverständnis gilt heute nicht mehr.

Stattdessen geht man davon aus, dass die Grundlagen der Mathematik, das heisst, Zahlen, Raum, Zeit und Objektpermanenz, vom ersten Lebensjahr an vorhanden sind", sagt er.
Unser angeborener Zahlensinn, erklärt Dehaene, sitzt im parietalen Cortex der rechten und linken Gehirnhälfte. Diese Region wird aktiviert, wann immer wir mit Zahlen und Schätzungen zu tun haben. Für die exakte Mathematik jedoch ist unser Gehirn nicht eingerichtet. Viele andere Bereiche, die von der Natur ursprünglich Fähigkeiten wie Sprachverarbeitung und visuelle Identifikation zugedacht waren, müssen für die Mathematik neu verschaltet werden. Eine Herausforderung für unser Gehirn. Die Basis für die höhere Mathematik bleibt jedoch immer der angeborene Zahlensinn. Er ermöglicht einen intuitiven Zugang zur Mathematik, auf den auch die asiatische Pädagogik aufbaut.

Quelle: 3sat (nicht mehr verfügbar)